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Aktuelle Situation (Beispiel: Obere Mur, Steinberger Drah (flussauf Murau).
Vorrangiges Ziel von Flusslandschaftsplanungen ist – neben dem Schutz und Erhalt wertvoller Fließgewässerstrecken - die Revitalisierung anthropogen veränderter, monotoner Fließgewässer sowie die Wiedereinbindung des Gewässerumlandes in das Gesamtsystem Flusslandschaft unter Berücksichtigung der hydrologischen Charakteristik des jeweiligen Gewässers. Dies geschieht in Zusammenschau mit den unterschiedlichen Nutzungsformen und –ansprüchen im Talraum.

 


Situation um 1830 vor den systematischen Regulierungen.
(franziszeische Landesaufnahme)
Wesentliche Basis für diese Planungsaufgaben stellt die Entwicklung eines Leitbildes dar, welches laut EU-Wasserrahmenrichtlinie den sehr guten ökologischen Zustand als „keine oder nur sehr geringfügige anthropogene Änderungen“ des jeweiligen Gewässertyps beschreibt. In vielen Fällen wird dafür die modellhafte Rekonstruktion des ursprünglichen Gewässerzustandes anhand historischer und aktueller Daten notwendig sein. Das Leitbild gibt somit die Richtung vor, in welche sich Flusslandschaften entwickeln sollen und stellt den Maßstab dar, anhand dessen umgesetzte Maßnahmen beurteilt werden.

 


Auf Basis des Leitbildes sowie der bestehenden Rahmenbedingungen erarbeitetes Maßnahmenkonzept für die „Steinberger Drah“ (aus: Fischökologisch orientiertes Managementkonzept Obere Mur. 2001)
Die Maßnahmen, die im Rahmen von Flusslandschaftsplanungen zur Anwendung kommen, reichen von kleinräumigen Strukturierungsmaßnahmen im Gewässerbett und Uferbereich bis hin zu Maßnahmen, die weit in das Umland greifen. Die Verbesserung der Durchgängigkeit und Vernetzung von Fließgewässern, die die Gewährleistung eines ausreichenden Wasserdurchflusses mit einschließt, stellen wesentliche begleitende Maßnahmen dar, um die ökologische Funktionsfähigkeit eines Gewässers sichern zu können.

 


Spezieller Link

Grundlage für die Rekonstruktion

der ursprünglichen Flusstypen sowie für die Abgrenzung der potentiellen Auenstufe sind geologische, topographische und vor allem historische Karten sowie vorhandene Geländestrukturen (Geländekanten, reliktäre Augewässer etc.), die im Zuge von Istbestandskartierung erhoben werden.

Eine wichtige historische Quelle bilden Kartenaufnahmen aus dem 19. Jahrhundert (wie beispielsweise die Franziszeische Landesaufnahme). Trotz des Wertes, den diese Karten als Hilfsmittel zur Rekonstruktion des ursprünglichen Flusstyps einnehmen, sollte nicht vergessen werden, dass sie eine Momentaufnahme in der Entwicklung eines Flusssystems darstellen. Zudem ist bekannt, dass Flüsse bereits vor dem 19. Jahrhundert durch den Bau von Leitwerken und anderen strömungslenkenden Maßnahmen sowie Ufersicherungen anthropogen verändert wurden. Auf Grund des Fehlens systematischer Regulierungen bis zum 20. Jahrhundert spiegeln historische Darstellungen dennoch meist ein dem ursprünglichen Flusstyp ähnliches Bild wieder. [...]

Wesentliche Basis für die Entwicklung typspezifischer Maßnahmen stellen die ursprünglichen morphologischen Flusstypen (Leitbilder) dar. Vorhandene Strukturen in Fluss und Umland, die ja meist Relikte dieser ursprünglichen Flusslandschaft sind, liefern wichtige Anhaltspunkte und bilden daher in den Schwerpunktbereichen das "Rückgrat" der Planung, um welches sich weitere, dem Gewässertyp entsprechende Maßnahmen gruppieren. [...]

Aus: Fischökologisch orientiertes Managementkonzept Obere Mur (2001). Abt. für Hydrobiologie, Fischereiwirtschaft und Aquakultur.



EU-Wasserrahmenrichtlinie

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Über diese Seite | Site by ANET - New Media Solutions | letzte Änderung: 02.01.2007